Legionellen-Prophylaxe
Diverse Möglichkeiten, die Legionellengefahr einzudämmen, sind bereits bekannt:
- Verfahren der chemischen, physikalischen und elektrolytische Abtötung.
Letzteres ist auch unter den Verfahrensbezeichnungen »anodische
Oxidation«, »elektrochemische Desinfektion« oder »Chlorelektrolyse«
bekannt.
- Die chemische Desinfektion,
diskontinuierlich oder kontinuierlich, in Form von beispielsweise
Chlorungen kann die Wasserqualität beeinflussen. Nachteile für das
Rohrnetz können dabei nicht ausgeschlossen werden.
- Bei der thermischen Behandlung,
diskontinuierliches Verfahren, wird das Wasser auf über 70 °C erhitzt
und spült bei geöffneten Armaturen für eine Mindestdauer von 3 Minuten
das gesamte Rohrleitungsnetz. Besonders zu beachten:
Sicherheitsvorkehrungen für unbeabsichtigtes
Verbrühen. Besonderes aktuell und vom großen Vorteil:
Die Armaturenserie PERFEKT von Kuhfuss Sanitär mit integriertem Bypass
und optionalem Magnetventil für eine exakte Steuerung der thermischen Behandlung des gesamten Armaturenkörpers vorgesehen.
- Die elektrolytische Wasserdesinfektion
nutzt elektrischen Strom, um ein Mittel zur Desinfektion direkt im
Wasser durch elektrochemische Umwandlung von Wasserinhaltsstoffen zu
erzeugen. Vorausgesetzt, es befinden sich die notwendigen
Wasserinhaltsstoffe im Wasser, können durch elektrochemische Vorgänge
diese in Desinfektionsmittel auf Sauerstoff- und Chlorbasis umgewandelt
werden.
- Ein kontinuierliches Verfahren ist die Filtration,
die auf mechanische Weise die Möglichkeit bietet, Legionellen
auszufiltern. Das Filtrat wird dabei über das Abwasser entsorgt.
Besonderer Vorteil: Die Ultrafiltration ist für Kalt- und
Warmwasserleitungen geeignet.
Noch ein Hinweis zu Ihrer Sicherheit:
Prüfungen auf Legionellen nehmen Prüfinstitute vor. Empfehlungen und
Hilfestellungen geben u.a. Installateurfachbetriebe, soweit regional
vorhanden, sogenannte Umwelttelefone der Stadtämter sowie Hygiene- und
Umweltinstitute und städtische Gesundheitsämter. Darüber hinaus stellen
sich freie Prüfinstitute und -labore auch im Internet vor – dazu per
Suchmaschine unter dem Stichwort »Legionellen« die diversen Angebote
studieren. Hier erhält man auch einen breiten Überblick über die
Aktualität der Legionellenthematik, wissenschaftliche Ausführungen
sowie Verfahrenstechniken unterschiedlichster Art.
Bei speziellen Fragen bzw. Problemen steht Ihnen auch der 2006
gegründete "Arbeitskreis Trinkwasserinstallation und Hygiene" unter der
Leitung von Prof. Dr. Martin Exner, Bonn" zur Verfügung. Richten Sie
Ihre Fragen an:
kontakt@ak-wasserhygiene.de oder besuchen Sie die Internetseite
www.ak-wasserhygiene.de, die laufend mit neuen Informationen ergänzt und aktualisiert wird.
Für
den Schutz des Trinkwassers in der Hausinstallation wurde die erste
"Sicherheits-Checkliste für öffentliche Gebäude (Water Safety Plan)"
veröffentlicht. Diese wichtige Information richtet sich an Betreiber
und Nutzer als allgemeine Empfehlung für die Vorgehensweise in
öffentlichen Gebäuden.